Deutschland belegt in internationaler Studie mit einer Gesamtvergütung von 79.700 USD Platz 4
Hay Group, Frankfurt, den 13. Dezember 2011
– In Europa werden weltweit sowohl die höchsten wie auch die niedrigsten Arbeitnehmervergütungen gezahlt. Dies verdeutlicht eine aktuelle Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group. Arbeitnehmer in der Schweiz erzielen mit 104.100 US-Dollar (USD) weltweit die höchsten Gehälter. Im globalen Vergütungsvergleich liegt Deutschland mit 79.700 USD an vierter Stelle hinter Norwegen und Japan, dem einzigen außereuropäischen Land in den Top 10. Die Gesamtvergütungen von Bulgarien und Ukraine mit durchschnittlich 11.400 USD werden nur noch von Indonesien, Vietnam und Indien unterboten. Europa verfügt damit über ein Einkommensgefälle wie kein anderer Kontinent der Welt. Für die Studie wurden Daten von 12 Millionen Angestellten in 16.500 Unternehmen aus 58 Ländern ausgewertet.
Überraschend kam England auf Platz 20 und ist damit hinter Irland (8), Spanien (17) und Griechenland (19) platziert – trotz der wirtschaftlichen und finanziellen Probleme, in denen diese Länder stecken. Dagegen schaffte es Österreich mit 65.200 USD auf Rang 11. Auch die USA sind überraschender Weise nicht in den Top 10 vertreten und liegen mit einem durchschnittlichen Einkommen von 58.100 USD nur auf Platz 16. In Asien liegt Japan mit 85.800 USD einsam an der Spitze, weit vor Singapur mit 42.100 USD.
Unter den sogenannten BRIC-Staaten liegt Brasilien mit Platz 29 an der Spitze, gefolgt von Russland (Platz 39, 22.800 USD), China (Platz 49, 15.600 USD) und Indien (Platz 58, 8.900 USD). Somit konnte Indien trotz der viel besprochenen wachsenden finanziellen Kraft der indischen Mittelschicht den letzten Platz des Rankings nicht verlassen, was zeigt, welche enormen Einkommensdifferenzen in diesem Land existieren. Dennoch ist das durchschnittliche Einkommen aller BRIC-Staaten mit 19.925 USD immer noch geringer als ein Drittel des durchschnittlichen Einkommens der G8-Staaten (61.163 USD). Unter den arabischen Staaten liegt Katar deutlich an der Spitze. Das Einkommen des Emirates ist durchschnittlich 30 Prozent höher als das in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Saudi Arabien.
Nebenleistungen werden wichtiger
Die Hay Group Studie betrachtet zudem das Verhältnis von Geldbezügen insgesamt (Grundgehalt plus Bonus) zu den gewährten Nebenleistungen in den einzelnen Ländern. Hier gibt es ebenfalls große Unterschiede unter den Ländern mit der Tendenz, dass gerade in Ländern mit den geringsten durchschnittlichen Einkommen die Nebenleistungen den höchsten Anteil haben. So gehören beispielsweise Länder wie Indien, Indonesien, Vietnam und die Ukraine zu den zehn Ländern mit den geringsten Löhnen, bei den Nebenleistungen jedoch gehören sie weltweit zu den ersten fünf – mit einem 50 prozentigen Anteil der Nebenleistungen an der Gesamtvergütung.
Doch auch hierzulande steigt das Interesse an den Lohnnebenleistungen: „Durch den demographischen Wandel sind Unternehmen heute gezwungen, sich für die erforderlichen Fachkräfte attraktiv zu machen. Einen hohen Stellenwert bei vielen Arbeitnehmern haben hier Nebenleistungen wie betriebliche Altersvorsorge, Firmenwagen, Risikovorsorge und Beiträge zur Gesundheitsversorgung“, so Nico Hetzer, Leiter Nebenleistungen Reward Information Services bei Hay Group. Der Anteil der Nebenleistungen an der Gesamtvergütung liegt in Deutschland – wie in der Schweiz – bei 23 Prozent, in Österreich bei 27 Prozent. Schlusslicht in Europa ist Finnland mit 12 Prozent, weltweit den niedrigsten Anteil an nicht-monetären Gehaltsbestandteilen hat Neuseeland mit lediglich 5 Prozent.
Tabelle: Die Länder mit höchsten und niedrigsten GesamtvergütungenÜber die Studie:
Der Global Total Remuneration Report (GTR) von Hay Group vergleicht die länderspezifischen Vergütungen auf Basis eines statistisch errechneten Durchschnitts-Arbeitnehmers. Die jährlichen Saläre beziehen sich auf einen ausgebildeten Mitarbeiter mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung ohne Führungsverantwortung. Die Daten stammen aus den Hay Group Gehaltsdatenbanken PayNet® und Reward Pinpoint, welche die Gehaltsdaten von rund 12 Millionen Arbeitnehmern aus 16.500 Unternehmen weltweit umfassen. Mittels Hay Groups GRT-Methodik werden diese in statistische Mittelwerte für die Gesamtvergütung eines Durchschnitts-Arbeitnehmers in 58 Ländern umgerechnet, einschließlich Fixgehalt, flexiblen Gehaltsanteilen, Boni, Incentives sowie allen gesetzlichen und freiwilligen Sozial- und Nebenleistungen.Weitere Informationen finden Sie unter www.haygroup.de
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Stefan Schwarz
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